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Gaspreisexplosion angesichts des Krieges in der Ukraine. Gaszaehler Gaszähler an einer Wand.

© Foto: IMAGO/Rene Traut

„Industrie massiv betroffen“ : Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg dringen auf schnellere Hilfen in der Energiekrise

Die steigenden Energiepreise betreffen alle Branchen: Unternehmer in Berlin und Brandenburg fordern vom Bund, Industrieunternehmen schneller zu unterstützen.

Der Bund will auch Unternehmen mit einem großen Rettungspaket helfen, die drastisch steigenden Energiepreise zu verkraften. Die Unternehmer in Berlin und Brandenburg halten die Pläne für gut, ihre Umsetzung dauere aber zu lange. Sie haben auch Sorgen wegen der Raffinerie PCK.

Das milliardenschwere Rettungspaket der Bundesregierung in der Energiekrise kommt nach Ansicht der Unternehmer in Berlin und Brandenburg zu spät. „Die Richtung stimmt. Vor Ende Oktober oder Anfang November ist aber nicht mit einem Gesetz zu rechnen“, sagte der Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Sven Weickert, der Deutschen Presse-Agentur.

„Wir müssen jetzt viel schneller handeln, weil viele Unternehmen die Gas- und Strompreisexplosion jetzt schon in ihrem Briefkasten haben.“

Hilfen für bestimmte Firmen

Die Bundesregierung hat ein kreditfinanziertes Rettungspaket von bis zu 200 Milliarden Euro angekündigt, um Verbraucher und Unternehmen vor hohen Energiepreisen wegen des Ukraine-Kriegs zu schützen. Die Preise für Gas und Strom sollen gedeckelt werden.

Für Firmen, die nicht ausreichend von den Strom- und Gaspreisdeckeln profitieren, soll es Liquiditäts- und Eigenkapitalhilfen geben. Die Umsetzung der Gas- und Strompreisbremsen sei aber noch offen, kritisierte Verbandsgeschäftsführer Weickert.

Die Industrie als Rückgrat der Wirtschaft ist massiv betroffen.

Sven Weickert, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg

Die Unternehmensverbände sehen alle Branchen in der Krise - anders als bei Corona. „Vor allen Dingen ist die Industrie als Rückgrat der Wirtschaft massiv betroffen, zum Beispiel die Glasproduktion, Stahlwerke, Gießereien, Produktionsunternehmen mit Schweißarbeiten, aber auch das Bäckerhandwerk und der Handel“, sagte Weickert.

Die Industrie müsse um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit fürchten. Eine Senkung des Energieverbrauchs werde mit Produktionsrückgängen erkauft, warnte er. „Das befeuert den Abschwung.“

Die Raffinerie PCK in Schwedt weiter am Netz lassen

Die Unternehmer dringen darauf, dass die Raffinerie PCK in Schwedt (Oder) weiter am Netz bleibt. „Da ist die Entscheidung von der Bundesregierung getroffen, aber die Frage ist: Kommt jetzt genug Öl aus Rostock, um die Produktion aufrechtzuerhalten?“, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

„Eine Raffinerie kann man nicht ohne weiteres wieder hochfahren, wenn sie mal heruntergefahren ist.“ Die Frage sei, ob es Auswirkungen auf die Treibstofflage und die Bauwirtschaft gebe. „100 Prozent des ostdeutschen Bitumens kommt aus Schwedt.“

Die Bundesregierung hatte die Mehrheitseigner - zwei deutsche Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft - unter Kontrolle der Bundesnetzagentur gestellt. Hintergrund ist das beschlossene Ölembargo gegen Russland ab 1. Januar. PCK bezieht bisher russisches Öl über die Druschba-Pipeline, nun werden Alternativen benötigt. (dpa)

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